Auch mit unserer Landwirtschaft gehen wir alternative Wege. Wir bauen einen kleinbäuerlichen Bio-Betrieb auf, der nicht nur die Bewohner und das Gasthaus versorgt, sondern mit einer Solidarischen Landwirtschaft (SoLawi) auch Menschen aus der Region an unserem Projekt teilhaben lässt.

Solidarische Landwirtschaft – was ist das?

Das Konzept ist ganz einfach: Ein Hof oder eine Gärtnerei versorgt eine Gruppe von Menschen in der näheren Umgebung mit Lebensmitteln. Im Gegenzug stellt die Gruppe die nötigen Mittel für die Lebensmittelerzeugung zur Verfügung. Alle Beteiligten teilen sich die Ernte und die Verantwortung.

  • Ein landwirtschaftlicher Betrieb beliefert regelmäßig einen festen Kreis von Verbrauchern mit Lebensmitteln
  • Verbraucherinnen und Verbraucher binden sich vertraglich für ein Wirtschaftsjahr und zahlen einen monatlichen Beitrag
  • Verbraucherinnen und Verbraucher können sich zum Beispiel an Arbeitseinsätzen oder der Anbauplanung beteiligen

So funktioniert’s

Mitglieder erhalten regelmäßig, in der Regel einmal pro Woche, einen Ernteanteil. Dieser besteht aus Gemüse, Obst und manchmal auch aus verarbeiteten Produkten wie Saft, Brot, Honig oder Käse. Wie genau sich der Ernteanteil zusammensetzt, hängt von der Jahreszeit und dem Angebot des Betriebs ab.

Gut für Verbraucherinnen und Verbraucher: Verbraucherinnen und Verbraucher bekommen frische und hochwertige Lebensmittel direkt vom Produzenten. Sie erhalten außerdem Einblick in die Erzeugung ihrer Lebensmittel, können den Anbau selbst mitgestalten und lernen interessante Menschen kennen.

Gut für die Landwirtschaft: Landwirtinnen und Landwirte produzieren nicht mehr für den Markt, sondern für eine feste Zahl von Verbrauchern. Diese Mitglieder verpflichten sich für ein Wirtschaftsjahr, einen festen Betrag an den landwirtschaftlichen Betrieb zu zahlen und gelegentlich in der Landwirtschaft mitzuhelfen.

Gut für die Umwelt: Durch den regionalen Bezug von Lebensmitteln verkürzen sich die Transportwege, die unser Essen zurücklegt. Da in der Solidarischen Landwirtschaft für eine feste Zahl von Abnehmern produziert wird, werden kaum Lebensmittel verschwendet. Auch der Verpackungsmüll wird stark reduziert, da auf Einwegverpackungen verzichtet werden kann.

Unsere SoLawi Gärtnerei

Unser Gemüse wird nach ökologischen Prinzipien angebaut. Das heißt, wir verzichten auf chemische Dünger und Pestizide. Stattdessen versorgen wir unseren Boden mit viel gutem Humus und bauen so mit Kompost und Mist die Bodenfruchtbarkeit langfristig auf. Wir fördern Nützlinge als natürliche Feinde gegen Schädlinge und tragen durch die Auswahl unserer Gemüsesorten zum Erhalt der Artenvielfalt bei. Da keine Unkrautbekämpfungsmittel eingesetzt werden, bedeutet diese Art des Anbaus viel mehr Aufwand und Handarbeit, zum Beispiel beim Unkraut jäten. Wir glauben, dass man die Liebe, mit der wir unser Gemüse anbauen, am Ende auch schmecken kann – probieren Sie selbst!

Von Tomaten, Gurken und Salat, über Karotten, Mangold, und Kohl bis hin zu diversen Kräutern. In unserer Solawi bauen wir über 50 verschiedene Sorten an, auch alte und außergewöhnliche. In Kürze findest du hier den Anbauplan für die kommende Saison.

Wir bauen Gemüse sowohl für die Bewohner und das Gasthaus von Schloss Blumenthal, als auch für die Menschen aus der Region an. Somit wird im Gasthaus erntefrisches, ökologisch angebautes Gemüse aus eigener Produktion serviert. Unsere Gäste können also quasi dem Gemüse beim Wachsen zusehen das sie bei uns essen. Frischer und regionaler geht es nicht! Außerdem können die Menschen aus der Umgebung unser Gemüse auch zu Hause genießen.

Die Ernte kann in Blumenthal, Aichach, Friedberg, Pöttmes, Merching, Augsburg oder München-Laim abholen.

Werde Teil der SoLawi

Mit unserem 4-wöchigen Probeabo hast du die Möglichkeit unsere SoLawi kennenzulernen und zu testen.  Wir haben auch Gutscheine für Probeabos – für ein Geschenk der besonderen Art…

Bei Interesse schreib uns einfach eine Mail an 

Du kannst natürlich auch direkt Mitglied werden. Hier findest du unsere Teilnahmeerklärung zum ausdrucken. Du kannst sie ausfüllen und an uns schicken oder einfach direkt an der Hotelrezeption vorbeibringen:

SoLawi Blumenthal

Blumenthal 1

86551 Aichach-Klingen

WICHTIG: Wenn du die Teilnahmeerklärung unterschreibst bist du Mitglied bis zum 31.01.2019!

Bei Fragen wende dich gerne an uns: 

Oder komme doch einfach mal Donnerstags in Blumenthal bei der Gemüse-Abholung vorbei: ab 17:30 – 18:30 stehen wir für Rückfragen im Abhol-Depot bereit.

Kosten solidarisch teilen – das Staffelmodell

Wir können mit unseren Flächen aktuell ca. 140 Haushalte versorgen. Laut unserer Kalkulation wären das im Schnitt 73€ für jeden Haushalt.

Nun wollen wir diese Kosten – wie die Ernte – möglichst gerecht und solidarisch untereinander aufteilen. Dabei wollen wir Singles, die einen geringeren Gemüsebedarf haben, genauso gerecht werden wie Familien, die vielleicht nicht zwei volle Einkommen zur Verfügung haben.

Wir haben deshalb das Staffelmodell entwickelt – so kann jeder seinen individuellen Monatsbeitrag finden.

Staffelmodell

Eine Gemüseoption bietet ausreichend Gemüse für eine Person. Durch den festen Sockelbeitrag, der bei jedem Anteil einmal monatlich pro Haushalt gezahlt wird, müssen bei diesem Modell Familien im Verhältnis weniger zahlen. Die leckeren demeter-Kartoffeln bekommen wir von der Familie Birkmeir aus Pöttmes in Kooperation.

Jeder, der etwas Geld übrig hat, kann zudem mit einen Förderbeitrag in beliebiger Höhe bestimmte Projekte oder jemanden mit weniger Geld unterstützen. Und auch, wer kein Gemüse möchte, kann so Teil unserer SoLawi sein (=Förderer)!

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Im Folgenden ein tabellarischer Überblick über unsere Idee. Darunter stellen wir drei Gemüseanteile, die Fördermitgliedschaft und mögliche „Gesamtpakete“ vor.

Die folgenden Preise ergeben sich aus unserer Jahresbudget-Kalkulation und fallen monatlich an.

BezeichnungWas ist das?Preis (monatl.)Anmerkungen

 

 

Sockelbetrag

Bietet Grundlage für den  landwirtschaftlichen Betrieb

·       Gebäudeabschreibung

·       Maschinenabschreibung

·       Arbeitskraft Verwaltung

·       Bodenvorbereitung

·       Pacht

 

 

20 €

Wird bei jedem Anteil (Single, Familien, Vielesser) einmal gezahlt.

 

 

Gemüseoption

Alles was für den Gemüseanbau benötigt wird, z.B.

–        Saatgut

–        Arbeitskraft Produktion

–        Arbeitskraft Ernte

–        …

 

 

35 €

Eine Gemüseoption ist ausreichend für eine Person die einen durchschnittlichen Gemüsebedarf hat (kocht ca 4-mal pro Woche selbst und isst vorwiegend vegetarisch).
KartoffeloptionIn Kooperation mit Fam. Birkmeir aus Pöttmes (demeter)3 € 

 

 

Förderbeitrag

Für spezielle Naturschutz-, und Modellprojekte, z.B.

·       Heckenpflanzung

·       Bodenbearbeitung

·       Agroforst

·       Bildungsprojekte

·       uvm…

 

 

Variabler Preis

 

Das Gärtnerteam stellt für das folgende Jahr geplante Projekte vor. Umgesetzt wird, was die Mitglieder finanzieren.

Der Beitrag kann individuell festgelegt werden.

Folgende Gemüseanteile bieten wir an:

 

Singleanteil: (Einzelperson die etwa 4 mal pro Woche, vorwiegend vegetarisch kocht)         

Sockelbetrag 20 € + 1 Gemüseoption 35€  = 55 €

 

Familienanteil: (Einzelperson mit besonders hohem, Paar/Kleinfamilie mit durchschnittl.         

                                  Gemüseverbr.)

Sockelbetrag 20 € + 2 Gemüseoptionen 70€ = 90 €

 

Vielesser-Anteil: (Familie mit hohem Gemüseverbr., Vegetarier/Veganer der jeden Tag kocht)

Sockelbetrag 20 € + 3 Gemüseoptionen 105€ = 125 €

 

Großfamilien können selbstverständlich auch 4, 5,…Gemüseoptionen wählen

 

Förderanteil: (kann die Blumenthaler LaWi unterstützen, ohne Gemüse zu beziehen)

  • Basisanteil: nur Sockelbeitrag 20 €
  • Der Förderer: Förderbeitrag (variabel)

Mögliche „Gesamtpakete“

Alle Optionen sind miteinander kombinierbar. Der Sockelbeitrag wird immer 1x gezahlt.

. Hier ein paar Beispiele:

  • Singleanteil + Honig + Förderbeitrag
  • Singleanteil + Förderbeitrag
  • Familienanteil + Honig + Förderbeitrag
  • Großfamilienanteil

Und viele mehr…

Am Geld soll's nicht scheitern - die Patenschaft

Geld soll in unserer SoLawi kein Ausschlusskriterium sein. Bedarf an frischem Gemüse, gute Ideen, tatkräftige Unterstützung oder einfach die Überzeugung, dass es ein Umdenken in der Landwirtschaft braucht, hat schließlich nichts mit einem gefüllten Geldbeutel bzw. Konto zu tun!

Deshalb wollen wir gerne jedem ermöglichen, Teil der SoLawi Blumenthal zu sein – auch denjenigen, die mit einem geringen Einkommen oder gar Sozialhilfe auskommen müssen.

Dafür gibt es bei uns das Patenmodell: Jeder der gerne Pate werden möchte, kann monatlich einen Förderbeitrag zahlen, wobei man die Höhe der Förderung selbst festlegen kann. Somit können wir gezielt Menschen mit geringem Einkommen unterstützen. Auch die Höhe der Unterstützung wird individuell vereinbart.

Hier ein Beispiel wie das Patenmodell funktionieren kann:Patenmodell.jpg

Sie würden gerne mit einem Förderbeitrag unterstützt werden? Wir haben bereits mehrere Paten, die Förderbeiträge zahlen!

Natürlich suchen wir auch weiterhin Paten, die unsere Idee mit einem Förderbeitrag unterstützen.

Unser Team

Unsere Gärtnerei stemmt sich natürlich nicht von selbst. Fest angestellt sind unsere drei Gärtner die sich um alles Gärtnerische kümmern.

Auch für das organisatorische Drumherrum – Mitgliederwerbung und -Betreuung, die Webseite, Organisation von Festen und Mitmachaktionen… haben wir ein engagiertes Team. Natürlich lebt eine SoLawi von allen Mitglieder und wir sind für jeden offen, der sich gerne bei der einen oder anderen Tätigkeit einbringen möchte , wenn auch du gerne mithelfen willst.

Das Team

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Biggi Häussler – Agrar-Ingenieurin

Die studierte Landwirtin ist selbst auf einem Hof aufgewachsen und weiß, wie man anpackt. In Blumenthal kümmert sie sich schon seit 4 Jahren um den Aufbau der Landwirtschaft und leitet den Feldgemüsebau der SoLawi-Gärtnerei. Außerdem führt sie Kräuterwanderungen und Natur-Erlebnis-Kurse für Erwachsene. Als letztes hat sie als Beraterin für Ökolandbau gearbeitet.

 

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Meike Karl – Gemüse-Gärtnerein

Als Wooferin (wwoof.de) im Garten hat sie Blumenthal kennengelernt, als Gärtnerin ist sie 2015 hier eingezogen. Bereits während ihrer Ausbildung bei der Bioland-Gärtnerei Hecker hat die Idee der SoLawi sie gepackt – jetzt kümmert sie sich um den Anbau im Gewächshaus, packt auch draussen mit an und unterstützt von gärtnereischer Seite bei der Organisation unserer SoLawi.

 

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Alex Trum – Gemüse-Gärtner

Ist gerade Papa geworden und unterstützt die SoLawi-Gärtnerei mit einer Teilzeitstelle. Der gebürtige Augsburger hat seine Ausbildung in der Demeter-Gärtnerei am Obergrashof absolviert und arbeitete zuletzt bei der Ökokiste vom Hofgut Letten südlich von München.

 

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Kathrin Schaefer – Lehrerin – Organisation und Kommunikation

Lebt mit Mann und Kindern seit 2016 in Blumenthal und plant und organisiert in der SoLawi was so anfällt. Für die Öffentlichkeitsarbeit hat sie schon so manches Interview gegeben und unterstützt tatkräftig die Gemeinschaftsaktionen. In Zukunft möchte sie den Bereich Ökologische Bildung in Blumenthal weiter ausbauen.

 

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René Räpple – Informatiker – Webseite, Kommunikation und Organistation

Der Computerspezialist unterstützt die SoLawi sowohl in technischer als auch in organisatorischer Hinsicht und wirkt seit 2015 in der Planung mit. Wer uns schreibt, hat oft als erstes mit René Kontakt. Auch die Blogeinträge und Rundmails sind meist auf seinem (fruchtbaren) Mist gewachsen.

 

BienenBlütenReich

Wir legen besonderen Wert darauf, die Lebensgrundlage von Insekten zu erhalten, Deshalb beteiligen wir uns an dem Projekt „BienenBlütenReich“ und schaffen an verschiedenen Stellen in Blumenthal Blühflächen mit diversen Blütenpflanzen.

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Es blüht und summt

Auf unseren Feldern blüht es fast das ganze Jahr über. Wir legen regelmäßig Blühstreifen auf dem gesamten Gemüseacker an. Darin wachsen gelbe Ringelblumen, kunterbunte Blumenmischungen mit Malve, Sonnenblume, Ramtill, Borretsch usw. oder eine einfache Mischung aus weißblühendem Buchweizen und lila Phazelia. Der bunte Plfanzenteppich hat viele Vorteile: Bienen, Hummeln, Schmetterlinge, Käfer und Wildbienen haben Pollen und Nektar zum Naschen, was in vielen Landstrichen schon nicht mehr die Regel ist. Wir Gärtner genießen bei der Arbeit den Blick auf die Blüten und lauschen dem lauten Tönen und  Gesumme der Insekten. Die Blühstreifen haben noch einen weiteren Vorteil: wir arbeiten die abgeblühten Bestände in den Boden ein und die Regenwürmer und co freuen sich wiederum über viel Pflanzen – Grün-Futter und setzen die Pflanzenreste in Humus um. Für die Bereicherung des Bodenlebens legen wir zusätzlich Mulch (30cm hohe Mähgut-Grasstreifen)zwischen die Reihen- die Bodentiere haben damit ständig Nahrung, der Boden ist bedeckt und trocknet nicht so stark aus.

Und noch mehr Vorteile von Blühstreifen: das ökologische Gleichgewicht wird gefördert und Nützlinge können sich vermehren, wie z.B. die Florfliegen: die Erwachsenen laben sich an Pollen von Ringelblumen, die wir zwischen die Krautreihen gesät haben und legen da ihre Eier ab. Die Florfliegenlarven haben dann direkt neben ihrer Kinderstube auf den Kohlblättern leckere Nahrung: Läuse, die auf unseren Kohlblättern sitzen und Pflanzensaft saugen. Ein paar Läuse wären uns egal. Wenn es zuviel Läuse werden, wächst der Kohl nicht mehr- daher sind wir sehr froh um die Florfliegen.

Unsere Blühflächen wurden im Rahmen des Projekts BienenBlütenReich angelegt. Projektinitiator ist das Netzwerk Blühende Landschaft, welches sich seit über 14 Jahren für mehr Blütenvielfalt in unserer Kulturlandschaft einsetzt, um die Nahrungsgrundlage von Biene, Hummel & Co zu verbessern.

Allerlei Blühmischungen kann man übrigens auch im Blumenthaler Innenhof finden. Wo was steht, ist auf den Naturpfadtafeln im Gasthausdurchgang beschrieben.

Nähere Infos zum BienenBlütenReich gibts unter https://www.mellifera.de/bienenbluetenreich.

Bei unseren Festen oder auch bei Besuchen zwischendurch ist immer Gelegenheit die Blühflächen und das bunte Leben darin anzuschauen und zu genießen.

 

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